Choi Hong-hi wurde am 9. November 1918 in der Gegend von Hwa Dae, im Bezirk Myong Chun der japanischen Provinz Chōsen (im Gebiet des heutigen Nordkoreas) geboren. Im Alter von zwölf Jahren wurde er wegen Aufwiegelung gegen das Japanische Kaiserreich, in welches 1910 Korea eingegliedert wurde, aus der Schule ausgeschlossen. Deshalb schickte ihn sein Vater zu einem Privatlehrer, Han Il-dong. Dieser war nicht nur einer der berühmtesten Lehrer der Kalligraphie (Schönschreibkunst), sondern – laut Aussage Chois – auch ein Meister des Taekgyeon (Choi Hong-hi, S. 23). 1938 wurde Choi zur Weiterbildung auf die japanischen Hauptinseln gesandt. Dort erlernte er die japanische Kampfkunst Shotokan Karate und erlangte nach zwei Jahren Training den schwarzen Gürtel I. Grades (später auch noch den II.).
Im Januar 1946 wurde er als stellvertretender Leutnant in die neu gegründete koreanische Armee aufgenommen und bald darauf Kompaniechef des vierten Infanterieregiments in Gwangju in der Provinz Jeollanam-do (Choi Hong-hi, S. 24). Dort begann er zunächst damit, seine Soldaten im Karate zu unterrichten. Angetrieben durch seine nationale Gesinnung verschrieb er sein Leben aber den koreanischen kriegerischen Künsten. Er wollte eine eigene kriegerische Kunst entwickeln, die dem japanischen Karate in Psyche und Technik überlegen sei. Diese Aufgabe wurde sein Lebenswerk. In den folgenden Jahren verbesserte er die Shotokan Techniken und ergänzte sie durch weitere neu entwickelte.
In der Folgezeit machte er eine steile militärisch-politische Karriere in Südkorea und entwickelte währenddessen die Kampfsportart Taekwondo. 1972 emigrierte er nach Kanada. Von Kanada aus versuchte Choi in seine Heimat Nordkorea zurückzukehren. 1980 brachte er Taekwondo nach Nordkorea.
Die Kampfkunst verbreitete sich in der Folgezeit unter dem neuen Namen Taekwondo schnell auf der Koreanischen Halbinsel. 1959 bereiste Choi Hong-hi mit einem 19-köpfigen Demonstrationsteam Südvietnam und Taiwan, um Taekwondo auch außerhalb der Halbinsel zu verbreiten (Choi Hong-hi, S. 24). Diese Reise wurde zu einem überwältigenden Erfolg, sowohl im Ausland als auch auf der Halbinsel selbst. Mit immer neu zusammengestellten Teams bereiste er in den folgenden Jahren Amerika, Europa, den nahen und den mittleren Osten, und viele Mitglieder dieser Teams blieben anschließend in den besuchten Ländern, um die Kampfkunst zu verbreiten und neue Landesverbände zu gründen. Am 22. März 1966 wurde in Seoul die International Taekwondo Federation (ITF) gegründet. Choi Hong-hi wurde der erste Präsident der ITF und hatte dieses Amt bis zu seinem Tode 2002 inne.